2 Theater im Keller - SPIELPLAN

DETAILINFOS:

Alice in Crazyland Evald Flisar

Alice in Crazyland

Regie: Alfred Haidacher

Premiere: 10.12.2020

Termine:

Donnerstag 10.12.2020 20 Uhr
Samstag 12.12.2020 20 Uhr
Donnerstag 17.12.2020 20 Uhr
Samstag 19.12.2020 20 Uhr
Dienstag 12.01.2021 20 Uhr
Donnerstag 14.01.2021 20 Uhr
Freitag 15.01.2021 20 Uhr
Dienstag 19.01.2021 20 Uhr
Mittwoch 20.01.2021 20 Uhr
Donnerstag 21.01.2021 20 Uhr
Freitag 22.01.2021 20 Uhr
Dienstag 26.01.2021 20 Uhr
Donnerstag 28.01.2021 20 Uhr
Samstag 30.01.2021 20 Uhr


» KARTENRESERVIERUNG

Alice, ja, genau die, die damals ins Kaninchenloch gefallen ist, ist ein zwölfjähriges Mädchen, das so intelligent ist, dass es mittlerweile drei Doktortitel erreicht hat. Als Assistentin ihres Onkels Professor Springer, soll sie diesen nach Trinidad und Tobago begleiten. Allerdings weht sie ein Orkan an die Küste einer unbekannten Insel, die – wie sich bald herausstellt – Toneronien heißt.

   Die dortigen Bewohner haben alle ihre natürlichen Ressourcen ausgebeutet, weshalb das einzige Material, aus dem sie alles, was sie brauchen, herstellen, Ton ist. Das einzige Lebensmittel ist Fisch aus dem die Insel umgebenden Meer, da in Toneronien auch nichts mehr wächst. Selbst die Bäume sind aus Ton. Dieses tönerne Leben ist nur allzu zerbrechlich. Denn, da sich die wichtigsten Tonabbauminen unter der Hauptstadt befinden und rücksichtslos ausgebeutet werden, droht bald ganz Toneronien einzustürzen. Da kommt ein weltberühmter Professor gerade recht. Er soll den Zusammenbruch verhindern, während Alice zum jugendlich-frischen Gesicht der Regierungspropaganda werden soll.  Erschwert wird dieses Vorhaben aber dadurch, dass die jahrelange Unterdrückung und einseitige Ernährung tiefe Spuren in den Hirnen der Bevölkerung hinterlassen hat…

 

   Phänomene, die Flisar in diesem Stück mit leichter Hand anspricht sind zum Beispiel der krankhafte Narzissmus gegenwärtiger Staatslenker, hinter denen sich nur zu oft „ein Konformist [versteckt], der sich als Outlaw begreift“ (Slavoj Žižek), oder die steigende Bürokratie („Füllen Sie diese Formulare aus und unterschreiben Sie jedes einzelne einundzwanzigmal”, heißt es im Stück), aber auch der Egoismus politischer Führer, die versuchen, das Schlechteste im Menschen anzusprechen. Flisars Hauptangriffspunkt ist eine Gesellschaft, die unter Zucht ausschließlich Züchtigung versteht und sich dabei selbst zerstört.

   Das Stück ist ein geradlinig erzähltes Märchen für Erwachsene, richtet sich aber unkompliziert an alle Altersgruppen (ab etwa 8 Jahren). Die komplizierten Hintergedanken, die gesellschaftspolitische Basis des Stücks, werden durch den einfachen märchenhaften Zugang jedem verständlich.

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