AKTUELL:

Normans Eroberungen Variation 2 - TRAUTES HEIM
Alan Ayckbourn

Normans Eroberungen Variation 2 - TRAUTES HEIM

Regie: Bernd Sracnik

Termine:

Donnerstag 17.08.2017 20 Uhr
Freitag 18.08.2017 20 Uhr
Samstag 19.08.2017 20 Uhr
Dienstag 22.08.2017 20 Uhr
Mittwoch 23.08.2017 20 Uhr
Donnerstag 24.08.2017 20 Uhr
Freitag 25.08.2017 20 Uhr
Samstag 26.08.2017 20 Uhr
» KARTENRESERVIERUNG

mit: Katrin Ebner, Alfred Haidacher, Christian Krall,
Petra Pauritsch, Michael Spiess, Eva Weutz
Technik: Peter Spall
Kostüme: Eva Weutz

Alan Ayckbourn, der große britische Theaterstar und König der anspruchsvollen englischen Boulevardkomödie hat mit seiner Stückeserie „Normans Eroberungen“ 1973 ein interessantes Experiment versucht. Er schrieb drei Stücke, die am gleichen Wochenende, auf dem gleichen Grundstück mit den gleichen auftretenden Personen spielen, selbst die Basishandlung ist gleich. Nur der Ort, an dem die Komödie jeweils spielt, ist ein anderer. Tischmanieren spielt im Esszimmer, Trautes Heim im Wohnzimmer und mit Quer durch den Garten zeigt Ayckbourn, wie sein bürgerliches Beziehungsverwirrstück im Garten des Hauses abgelaufen wäre. Jedes der drei Stücke ist abendfüllend und daher ist die Trilogie nicht für eine gemeinsame Aufführung gedacht, obwohl Ayckbourn selbst 1999 und 2000 einen solchen Abend unter dem Titel „Haus und Garten“ verfasst hat. Doch waren dort die Charaktere und die Handlung teilweise völlig neu überarbeitet. Im Vorjahr hat das TiK in seiner Sommertheaterleiste Quer durch den Garten erfolgreich in den Hof des Ferdinandeums gebracht.

Heuer versucht sich das Theater an der zweiten Variation der Trilogie, Trautes Heim.

In Trautes Heim (Ort: Wohnzimmer) stellt sich die zentrale Frage: Wo sucht man nach Gemütlichkeit? Im Wohnzimmer hofft man sie zu finden. Und findet? Kreischende Frauen, Liebende in und auf Teppichen und jede Menge Familie. Zeigt Ayckbourn im Esszimmer noch die Abgründe seiner Charaktere auf, lässt er hier bereits große (manchmal wohl für einige der Personen zu große) familiäre Nähe zu. Freundschaften und Bezugspunkte werden klar, man lässt sich in die Sessel sinken und betrachtet amüsiert und berührt die Ver- und Anwandlungen der Verwandten.

   Das klein besetzte Stück ist typischer Ayckbourn. Es gibt lediglich sechs Personen, namentlich Norman, seine Frau Ruth, ihren Bruder Reginald und seine Frau Sarah, sowie Ruths Schwester Annie und Tom, einen alternden Tierarzt aus Annies Nachbarschaft. Annie ist leicht frustriert, weil sie das ganze Jahr über die Verantwortung für die zu pflegende Mutter innehat. Vor allem Norman ist es, dessen sonniges Gemüt manche - allerdings nicht alle - Familienmitglieder erheitert. Annie wünscht sich nichts mehr, als endlich ein Wochenende mit allem Drum und Dran gemeinsam mit Norman am Meer zu verbringen. Doch dem guten Norman ist nur die Buchung eines Hotels im kleinen Kaff East Grinstead geglückt, das - immerhin - wenigstens auf dem Weg ans Meer liegt. Bei allen Verwechslungen, Missverständnissen, Seitensprüngen - seien sie nun erhofft oder tatsächlich Realität - versteht es Ayckbourn auch, den Abgrund von unerfüllten Sehnsüchten, der unter der hoch amüsanten Handlung liegt, nicht zu vernachlässigen.

 

Alan Ayckbourn, CBE

   wurde am 12. April 1939 in Hampstead, London, geboren und ist Autor vieler Theaterkomödien. Ayckbourn schrieb bereits im Alter von zehn Jahren Stücke, begann allerdings Ende der 1950er Jahre als Schauspieler seine Theaterkarriere. Mittlerweile hat Ayckbourn mehr als 70 Theaterstücke geschrieben und gilt als einer der erfolgreichsten Komödienautoren der neueren Zeit in Europa.

   Seine Theaterstücke wurden in vierzig Sprachen übersetzt. Zugleich arbeitete Ayckbourn als Regisseur. Ayckbourns Werke enthüllen meist menschliche Schwächen der Mittelschicht im Umgang miteinander. Die Hamburger "Zeit" schrieb über ihn:

    Ayckbourn ... schreibt über die Mühen der modernen Menschheit, den Pleuelstangen, Zahnrädern, Kolben des "großen Mechanismus" auszuweichen. Wo Shakespeare die Menschen exemplarisch fallen lässt, sieht Ayckbourn sie alltäglich hüpfen, stolpern und tanzen. Wo bei Shakespeare die Männer Macht und Bedeutung haben, sind bei Ayckbourn längst die Frauen Trägerinnen der Potenz und des Lebenswillens ... Seine Männer sind einfühlsame, zaudernde Wichte.

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