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Der Vorname Matthieu Delaporte / Alexandre de la Patellière

Der Vorname

Regie: Bernd Sracnik

Premiere: 03.08.2022

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mit: Alfred Haidacher, Sandra Högl, Olivia Pflegerl,
Leo Weingerl, Michael Großschädl
Regie: Bernd Sracnik
Technik: Peter Spall
Kostüme: Eva Weutz

GEA, als Open Air im Hof des Landesarchivs Steiermark

   Ein gemütlicher Abend soll es werden in der schlicht und stilvoll eingerichteten Wohnung des Literaturprofessors Pierre Garaud und seiner Frau Elisabeth. Nur Freunde und Familie sind zu Gast: Elisabeths Bruder Vincent mit seiner schwangeren Frau Anna, dazu Claude Gatignol, Posaunist im Rundfunkorchester und Freund seit Kindertagen.

   Für Vincent, einen begnadeten Selbstdarsteller, ist die Runde zu friedlich. Um für "Stimmung" zu sorgen, enthüllt er den fassungslosen Freunden den geplanten Vornamen seines noch ungeborenen Sohnes: Adolphe. Die Debatte um die Frage, ob man sein Kind nach Hitler benennen darf, ist nur eine der hitzigen Diskussionen dieses Abends, aber sie führt dazu, dass das bisher so gemütliche Familientreffen plötzlich aus dem Ruder läuft.

  Beträchtliche Eitelkeiten treffen nun aufeinander, mit geschwollenen Kämmen hacken die Kampfhähne aufeinander ein. Mit Lust und Niveau werden Wortgefechte ausgetragen - doch die Contenance verlieren die Alphatiere erst, als Elisabeths und Vincents Mutter Francoise in einer Weise ins Spiel kommt, die sich niemand hat träumen lassen. Kurz: Bildungsbürger außer Kontrolle.

Wortwitz und Dialoge in der besten Tradition der französischen kritischen Gesellschaftskomödie treiben atemlos eine Handlung voran, die bei aller Komik auch manchen ahnungsvollen Blick in die Abgründe der Figuren erlaubt.

   Der Plauderton ist nur der trügerische Anfang, bald wird nicht nur dem porträtierten Milieu, sondern auch dem Publikum der Spiegel vorgehalten. Die temporeiche Achterbahnfahrt von Dialog und Witz führt konsequent vom Oberflächlichen zum Grundsätzlichen und wird so zu einem perfekten Beispiel intelligenter Unterhaltung. „Der Vorname" ist eine witzig-satirische und gleichzeitig liebevolle Abrechnung mit all den kleinen Verlogenheiten, die sich auch unter Freunden (und im Theater) finden.

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